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Kjøbenhavns Diplomatarium

Bind: VII
Side: 307-311
Nummer: 452


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452.

5 Juli 1690.

Forpagtningskontrakt om Glasmanufakturhuset paa Christianshavn.

C. 5. etc. confirmation paa efterskrefne forpagtnings contract etc.

Am untengesetzten dato ist zwischen denen hochgebornen hochedlen und wolgebornen woledlen herrn interessenten in der christallin glass-manufactur und mons. Christian Albrecht Kunckeln, folgender verpachtungs contract aufgesetzet und geschlossen worden, nemlich:

1. Es verpachten sämtliche hohe herren interessenten an mit interessenten h. Christian Albrect Kunckeln dero eingesetztes capital in bemelte manufacturey alhier als ihr hohe exell. Guldenlew 500 rthlr., ihr hochgräfl. exell. von Reventlov 250 rthlr., ihr exell. h. geheime rath Wibe 500 rthlr., h. ober stalmeister Haxthussen 250 rthlr., h. ober rentemeister Brandt 500 rthlr., h. ober secretarius von Jessen 500 rthlr., h. ober secret. Harboe 250 rthlr., commercien direct. Thormøllen 250 rthlr., assessor Christian Simonssen 500 rthlr. (vor welches capital das wohnhaus und lediger pladtz auf Christianshafen, dar auf das manufactur haus gebauet, und eine partey brenholtz nebenst

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unterschiedlichen materialien und instrumentalien verschaffet worden), vor und um drey tausendt zwey und sechtzig und einen halben reichsthaler capital, wie solches itzo unparteysch taxiret worden, auf zwantzig nach ein ander folgende jahre als von ein tausent sex hundert und neuntzig primo septembr. an zu rechnen jahrl. à 6 procentum an contant und zwey procentum an glässer, an die hohe herren interessenten, wie viel ein jeder proportionaliter eingesetzet, bey ausgang des jahrs ohnfehlbarlich zu bezahlen.

2. Wird gedachten h. Christian Albrecht Kuncheln hir durch von dato an vorgemeltes haus mit allem zugehør laut inventarii dero gestalt übergelassen und eingethan, das er sich dessen zum glasbrennen besser seiner gelegenheit nach bedienen möge, wie ihme dan auch hiedurch kraft konigl. octroy verstattet wird in dem königreich Norwegen, wo er es am beqvehmsten befindet, eine oder mehr glashütten zu bawen, daselbst glasser zu brennen und so wol solche, als welche er hier gebrandt, in Dännmarch und Norwegen auch andern jhrer Königl. Majt. landen ungehindert zu verkauffen.

3. Sol dem h. Christian Albrecht Kunchel wie besagt frej stehen, die manufactur des fenster glasses in Norwegen ebenfals ein zu richten, und wen die hohe herrn interessenten mit einschiessen wollen, sollen sie ebenfals den vortheil mit zu geniessen oder sechs procentum in contant und zwey pro centum an glas für dero capitalen zu empfangen haben.

4. Und damit er mit diessem werch desto besser aufkommen könne, so soll der königl. octroy gemäs, die jhme zugleich hiebey eingehändiget wird, in den negsten zwantzig jahren niemanden als jhme dergleichen glashütten in Jhrer Majts. landen zu bauven und einzurichten vergønnet seyn. Wo bey ihm auch versprochen wird, das bey Jhr K. M. unssern allergnädigsten könig und herrn allerunterthanigste ansuchung geschehen soll, das disselbe zu verordnen allergnäd. geruhen wollen, das ratione der christallinen glässer alsofort und wegen der andern glässer 1/4 jahr nach vollenkommene einrichtung des werks in Norwegen alle glässer, so von fremden ohrten eingeführet werden, doppelten zoll erlegen müssen. Da hingegen er seine glässer für einen billigen preis zu lassen und niemand in dem kauf über die gebühr zu übersetzen sich bey verlust des privilegii anheisig gemacht.

5. Jst jhme frey, alle leüthe, so er zum glasbrennen oder diesser glas manufactur nötig, nach eigenen gefallen selbst anzunehmen, zu bestellen und hinwieder abzudanchen, gestalt er dan nicht obligirt

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sein soll, so wol bey diessem als jenem werche sich jemand auftringen zu lassen.

6. Was da betrift den zoll und andere beschwerde, so bey der ankunft er und seine leüthe für sich und ihre sachen abstatten sollen, imgleichen was angehet die reel und personel onera, ordinair und extraordinair anlagen, wie die auch nahmen haben, so er und mehr erwehnte seine leüte sonsten danchst(!) bezahlen müsse, damit es dero gestalt verhalten, wie in der königl. octroy allergnadigst versehen, massen dan auch dafern er mit den seinigen todesfals oder anderer erheblichen uhrsachen halber resolwieren müste, wieder von hinnen zu gehen, sie wegen der abzugs gelder als sechs und zehenden pfennigs freyheit und exemption sich auch gleich audere, so alhir manufacturen anrichten, zu erfreüen haben sollen und sie solcher gestalt davon befreyet bleiben.

7. Bey dem glashütten in Norwegen wird jhme zugelassen, die factorey zu verrichten als selbst vor sich und seine leüte zu bachen und zu brauen, auch best møglichst mit allen lebens mitteln sich selbst zu versorgen, jedoch mit der condition, das da durch in weiterer verkauffung an andere dennen städten kein afbruch geschehn, bey verlust seines privilegii.

8. Wollen Jhr Kønigl. Majt. die allergnadigste ordre in Norwegen stellen lassen, jhn und seine leüte eben wie die bergleüthe in gerichte sachen zu tractiren, sonsten auch wieder ungerechte gewalt gegen männiglich zu schützen und zu handhaben. Hir in Copenhagen aber wird darin nach landes low und recht auch der hir selbst üblichen observance verfahren. Jm übrigen kan er sich auch Jhr Maj. specialen schützes in billigen sachen versichern, gestalt auch da sonst noch ein und andere zuträgliche condition zu besserer befördrung solcher manufactur von Jhr Königl. Majt. gesuchet werden solte, man dem selben dar unter alle zeit best möglichst assistiren wil.

9. Wohingegen den oftberührte hr. Christian Albrecht Kunchel bestandigster massen verspricht und gehalten sein will und sol, vom ersten sept. dieses 1690 jahrs bis den 1 sept. des 1710 jahrs und also in zwantzig jahren von obgedachten capital die in dem ersten punct verschriebene 6 procentum an gelde und 2 procentum wehrt an glässer denen hohen herren interessenten oder auf ordre jährl. richtig zu contentiren, ohne eintzige ausfluchte, nach proportion eines jeden einschüsses, und ob er schon nach verfliesung drey oder mehr jahre resolviren würde, das hiesige glaswerk zu qvittiren und denen nordischen bey zu fügen, wil und sol er dennoch mit richtiger bezahlung oberwehnter abgift jährlich

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continuiren bis obberührte zwantzig jahre völlig verflossen, nach deren verfliesung er oder seine als dan lebende erben obligirt seyn sollen, das anfangs articulo primo erwehnte capital der 3062 1/2 reichsthaler an die hohe herren interessirte als schadeloos geld ohne fernere aufkundigung nach proportion eines jeden einschüsses zu bezahlen.

10. Solte auch durch sein oder der seinigen versehen dem hiesigen glashause werender zeit einige schade, es sey durch brandt oder sonsten, zu gefüget werden, so respondirt er gleichfals wie billig dazu. Mit den casibus fortuitis wird es aber nach hiesigen landes low und recht verhalten. Jn zwischen und bis so völliger erfüllung diesses contracts verbleibet das jhme hie durch über gelassenes glashausse mit allen inventarien und sachen denen hohen herren interessenten zum unverlassenen unterpfande, wie er dann auch denenselben die glashütten, so er in Norwegen bauen und einrichten wird, im gleichen alle seine itzthabende und künftig überkommende beweg- und unbewegliche güther, die mögen nahmen haben und anzutreffen sein, wo sie wollen, bis diessem allen ein volliges genugen geschehen, bestandigster massen verpfändet, wogegen jhme keine beneficia der rechte noch sonsten einige exeptiones oder ausfluchte schützen noch befreyen sollen, alles ohne argelist und gefährde. Uhrkundl. und zu festerhaltung ist dieser contractus (wo von zwey gleich lautende exemplaria auf gerichtet und jedem theil eins zu gestellet) vom bederseits contrahenten eigenhändig unterschrieben und versiegelt. Und weiln diesser contractus in kraft Jhr Königl. Majt. allergnädigst erteilten octroy verferdiget und vollenzogen worden, so werden mehr allerhöchst erwehnte Jhre Königl. Majt. zum beschluss allerunterthänigst ersuchet, das sie allergnäd. geruhen wollen, denselben in allen seinen puncten und clausulen zu approbiren und genehm(!) zu halten. Copenhagen den 28 iunii des 1690 jahrs. Zur nachricht wird gemeldet, das die herren interessenten aus diesser verpachtung nach proportion ihres erstes einschusses, so wie vorbeschrieben stehet, 3500 rthlr. gewessen, nur jährlich haben können 5 procentum an gelde und zwey procentum an glässer zu mahln das capital nemlich 3062 1/2 rthlr., wofür ich Kunkel itzo das werck angenommen, nach 8 procent zu rechnen nicht höher austragt als 245 rthlr. jahrlich an geld und glässer, welches dann in vor ihr erstes capital netto sieben procentum ausmachet. Und wann iche die zwey procent an glässer nicht liefern kan, erbiete mich solche an gelde zu bezahlen. (l. s.) U. F. G.lew. C. G. Reventlou (l. s.). P. Brandt (l. s.). T. B. V. Jessen (l. s.). J. Harboe (l. s.). Christian Albrecht Kunchel (l. s.).

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Wegen meine an h. Thormöllen bezahlten einschuss von 250 rthlr. und zum zeichnüs, das es obiger massen contrahiret und geschlossen ist, unterschriebe ich dieses und versiegle. Christian Werner (l. s.).

Da ville vj forskrefne etc. Forbydendis etc. Hafniæ d. 5 iulii 1690.

Sæl. Reg. XXXVI. 399-403.

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